Frühstücken im Kaffeehaus: Stadtcafé, 1. Bez

Frühstücken im Kaffeehaus: Stadtcafé, 1. Bez
Viel davon gehört und offenbar zu Recht, denn es ist an einem Freitag vor 9 Uhr schon sehr gut besucht.
Ein normales Frühstück gibt es nicht, aber man könnte es sich aus den Einzelpositionen à la carte zusammenstellen.
"Stadt" heißt nicht nur Wien, sondern generell Großstadt und so findet man Frühstücksvariationen, "Wien", "Rom" und "New York". Die Karte will zwanghaft "international" sein, die Brunchpfanne Hangover, die Eggstras, Cheesecake, Sweet bites, Starters and Bites, Fingerfood, Old School (das sind normale Gerichte)
"Wien": Semmel und Croissant (haben wir gegen zwei Stück Schwarzbrot ausgetauscht), Ricotta mit Kräutern, Kase, gekochter Schinken, Marmelade, Ei, Miniguglhupf, Joghurt mit Früchten, 10.50
"Rom". Prosciutto, Büffelmozarella, Pesto, Artischoken, Ofentomate, FruFru mit Marillenmarmelade, Tiramisu mit Bisquit, 12,60€
In verschiedenen Bereichen haben sich Designer gnadenlos ausgetobt, so auch bei den Tellern. Serviert werden die vielen kleinen Schmankerln auf einer fast ovalen Platte mit 8 Teilen, die alle voll sind. Kein Platz, um das Brot zu bestreichen oder etwas durchzuschneiden. Für 2 solche Teller ist der Platz auf den kleinen runden Tischen sehr beengt, also muß man erst einmal Speisekarten, Streuer, Besteckteller usw auf den Nebentisch räumen. Bei den Salz- und Pfeffermühlen aus Holz muß man erst probieren, was was ist. Einer liefert viel zu viel und zu grobes Salz im Umkreis von 5cm. Wehe, die Marmelade steht im nächsten Tellerabteil! Also nur 2mm drehen, sonst ist das Ei versalzen (überhaupt empfiehlt es sich, die Sachen erst einmal in deftig und süß zu sortieren). Der Kaffee ist gut, es gibt lactosefreien Kakao mit schönem Schaum. Die Miniserviette ist die Unterlage für das Glas Wasser. Das Bio- Ei auf den Punkt und sehr gut. "Unsere Marillenmarmelade" ist sehr flüssig und wird nach dem ersten Streichversuch lieber ausgelöffelt.
Die Bedienung ist freundlich und schnell, vielleicht ein bißchen übereifrig, "Sind Sie fertig?", obwohl noch Joghurt, Guglhupf (super!) auf dem Teller stehen. Später nach dem Abräumen fehlen dann doch noch der Löffel zum Kakao-Umrühren und die Serviette.
Das Zeoitungsangebot ist am Minimum. Die Zeitung ist zusammengeheftet, also nicht sehr partnerfreundlich.
Zugeschlagen hat der Designer auch am WC, die "Waschfläche" ist kein Becken, sondern eine schräge Fläche mit Abflußloch. Ein Unikum mit 3 Armen als Wasserhahn und Händetrockner gleichzeitig, keine Handtücher. Der große Klopapierspender ist ein leicht vergrößernder Zerrspiegel in Bauch-Po-Höhe, was ein merkwürdiges Körperbild macht. Keine Einzelblätter, sondern eine Dauerwurst.
Die Atmosphäre ist schön und angenehm, die Möblage bequem, die Wände gold mit unzähligen kleinen Lämpchen, die zum Glück nicht blinken, aber an Weihnachts (oder Xmas-) Deko erinnern. Interessante Bodengestaltung.
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Kommentare
das Projekt übernommen
ist aber stark übertrieben, liebe Elwedritsche. Da wir beide noch (lange) arbeiten, läßt sich nicht immer ein gemeinsamer Termin finden. Aber das "gönnen" ist richtig. Auch will man nicht immer nüchtern spazierenfahren.
@Vivi
Im Weidinger war ich noch nie, auch nicht zu einer Jause. Irgendwie stößt mich das von außen ab, ich komme auch nicht vorbei, wenn ich nicht absichtlich hin wollte. Aber vielleicht gilt "außen pfui, innen hui"?
Kennen Sie es? Vielleicht wollen Sie hier eine Frühstückskritik schreiben. Grundsätzlich sollte man sich das gelegentlich gönnen. Am Anfang haben noch mehrere mitgemacht. Emma und ich als Protagonisten haben stark nachgelassen, der kritische Konsument hat dankenswerterweise das Projekt übernommen, aber leider gibt es hier kein großes Publikum mehr, das sich dafür interessieren könnte.
Vielleicht gehen wir doch noch einmal außer Haus frühstücken. Ich informiere mich einmal, was jetzt so angesagt ist.
Im Stadtcafé war ich noch nie, aber das Angebot klingt gut. Ich hab jetzt noch zwei vielversprechende Adressen, brauchen aber beide gleichzeitig Zeit und Muße.
@ Elwedritsche
Ich lese Ihre Kaffeehaus-Tests sehr gerne und wollte fragen, ob Sie das Weidinger auch schon einmal besucht haben.